HPV-Vakzine
Wenn es um den Betrag der Impfung geht, sollen einige Fakten berücksichtigt werden. Weiter folgt die Beschreibung einer Untersuchung von Frauen, während deren 755 Frauen geimpft und 750 Frauen aus der Placebo-Gruppe nicht geimpft wurden.
In der Placebo-Gruppe hatten 111 Frauen eine persistente HPV 16-Infektion; bei 12 von ihnen wurde HPV16-bezogene CIN 2-3 nachgewiesen.
In der Vakzine-Gruppe hatten 7 Frauen eine persistente HPV 16-Infektion, niemand in dieser Gruppe hatte HPV16-bezogene CIN2-3. Im Durchschnitt kostet eine Vakzine $400; also betrugen die Kosten für die Impfung der "Vakzine-Gruppe" $400 x 755 = $320,000.
Also, kostet es $320,000, CIN2-3 bei 12 Frauen zu verhindern (bei unserer Berechnung gehen wir von der Inzidenz in der Palcebo-Gruppe aus), oder etwa $25,000 per CIN 2-3 Infektion. Vergleichen Sie das mit den Kosten für die Behandlung von 12 Frauen mit anderen Therapien, die pro jede CIN 2-3 viel niedriger sind. Eingentlich kann die Vakzine sogar mehr kosten, weil es unbekannt ist, wie lange der Erwerbung der Immunität nach der Impfung dauern wird. Deshlab können zusätzliche Immunisierungen erforderlich sein, was zusätzliche Kosten zur Folge hat.
Außerdem ist die wirksamste Vakzine (quadrivalente HPV 6/11/16/18 L1 virusähnliche Partikeln-Vakzine) nur gegen 4 HPV-Typen wirksam. Deshalb sollen Pap-Abstriche jährlich durchgeführt werden, was zusätzliche Kosten nach sich zieht. Dazu noch hat sich die Vakzine bei bereits HPV16-infizierten Frauen als wirksam nicht gezeigt. Jedoch kann sie zur Erwerbung der Immunität gegen die lästigsten HPV-Typen 16/18 (sie sind für 70% aller Fälle von zervikalem Krebs verantwortlich) und 6/11 (sie sind für 90% aller Falle von Genitalwarzen verantwortlich) beitragen.
Der Wert der vorhandenen HPV-Vakzine soll nicht unterschätzt werden; er soll im Lichte der Empfehlungen von FDA und CDC betrachtet werden: Mädchen und Frauen im Alter 9-26 Jahre sollen mit der Vakzine (Gardasil™ von Merck) dreimal geimpft werden (0-2-6 Monate). Geht es um die Impfung von Frauen im Alter von 21 Jahren und älter, soll zuerst ein Pap-Abstrich durchgeführt werden. HPV-Vakzine ersetzt die Notwendigkeit an andere Präventionsmaßnahmen nicht, z.B. Pap-Abstriche. Bei Frauen, die vorhaben, auf den Sex zu verzichten, oder die nur einen Geschlechtspartner haben, ist das Risiko der Ansteckung mit HPV 16/18 bedeutend niedriger, deshalb hat die Impfung keinen großen Sinn.
Obstet Gynecol 2006 Jan;107(1):18-27:
Wirksamkeit von HPV16-Vakzine für die Vehinderung von zervikaler intraepithelialer Neoplasie: ein randomisierter kontrollierbarer Test.
Mao C, Koutsky LA, Ault KA, Wheeler CM, Brown DR, Wiley DJ, Alvarez FB, Bautista OM, Jansen KU, Barr E. Abteilung für Gynäkologie, Geburtshilfe und Epidemiologie, Washington-Universität, Seattle, Washington 98104-2499, die USA.
"Ziel: HPV virusähnliche Partikeln (VLP)-Vakzinen haben sich bei der Verhinderung von persistenten HPV-Infektionen als wirksam gezeigt. Ob der Schutz länger, als 18 Monate, dauert und ob die Vakzine auf die Rate von zervikaler intraepithelialer Neoplasie (CIN) 2-3 wirkt, ist nicht festgestellt worden. Wir stellen die Ergebnisse der Untersuchung einer HPV16 L1 VLP-Vakzine im Laufe von 48 Monaten dar.
Methoden: insgesamt nahmen an dem randomisierten doppel-blinden Placebo-kontrollierbaren Test 2,391 Frauen im Alter 16-23 Jahre teil. Sie bekamen intramuskulär etweder 40mg von HPV16 L1 VLP-Vakzine oder von Placebo am 1. Tag, nach 2 und 6 Monaten. Genitale Proben für HPV 16 DANN und Pap-Tests wurden am 1. Tag, nach 7 Monaten und danach jede 6 Monate im Laufe von 48 Monaten entnommen. Kolposkopie und zervikale Biopsien wurden durchgeführt, wenn es klinisch indiziert wurde und am Ende der Untersuchung. Serum HPV16 Antikörper-Titer wurden während der radioimmunen Analyse gemessen.
Ergebnisse: Unter 750 Placebo-Rezipienten hatten 12 Frauen HPV16-bezogene CIN2-3 (6 CIN2 und 6 CIN3). Unter 755 Vakzine-Rezipienten gab es keine Fälle von CIN (Wirksamkeit der Vakzine 100%, Konfidenzintervall [CI] 65-100%). Es gab 111 Fälle von persistenter HPV16-Infektion bei Placebo-Rezipienten und 7 Fälle bei Vakzine-Rezipienten (Wirksamkeit der Vakzine 94%, 95% CI 88-98%). Nach der Impfung erreichten HPV16 Serum-Antikörper ihren Höhepunkt nach 7 Monaten (1,519 milli-Merck units [mMU]/mL), sanken nach 18 Monaten (202 mMU/mL) und blieben relativ stabil in der Zeitspanne zwischen dem 30. und dem 48. Monaten (128-150 mMU/mL).
Schlussfolgerung: Vakzine HPV16 L1 VLP schützt gegen persistente HPV16-Infektion und HPV16-bezogene CIN2-3 mindestens 3,5 Jahre nach der Impfung. Die Verabreichung von L1 VLP-Vakzinen, die auf HPV16 gerichtet sind, scheint das Risiko der Entwicklung von zervikalem Krebs zu senken.”
Gynecol Obstet Fertil 2006 Mar;34(3):189-201.
Verhinderung von zervikalem Krebs: die Wirkung von HPV-Impfung.
Monsonego J. Institut A.-Fournier, 174, rue de Courcelles, 75017 Paris, France.
“Zervikaler Krebs bleibt ein kritisches Gesundheitsproblem und ist die zweitverbreiteste (nach dem Brustkrebs) Last für Frauen in der ganzen Welt. Trotz des Erfolgs im Screening von zervikalem Krebs hat Pap-Zytologie-Screening gescheitert, die Rate von zervikalem Krebs zu senken.
Screening ist nur bei einem geringen Teil von Frauen wirksam, obwohl ein größerer Anteil von Frauen dem Pap-Abstrich unterzogen wird, um die Wahrscheinlichkeit der Entwicklumg von zervikalem Krebs auszuschließen. Der Nachweis von HPV-Infektion, die als die Ursache von zervikalem Präkrebs und Krebs gilt, ermöglicht die Prävention von zervikalem Krebs durch Impfung.
HPV 16 und 18 verursachen 70% aller Fälle von zervikalem Krebs in der ganzen Welt. Deshalb wird eine prophylaktische Vakzine, die auf die Verhinderung der Entwicklung von HPV-bezogenen präkanzerösen Läsionen und Krebs gerichtet ist, mehrere Leben retten. Dadurch wird auch die Notwendigkeit wegfallen, teuere medizinische Prozeduren durchzuführen. Auf der Induktion von neutralisierenden Antikörpern durch nicht infektiöse virusähnliche Partikeln (VLP) von L1 Kapsid-Protein basiert, haben prophylaktische HPV-Vakzinen zu hohen Titern von neutralisierenden Antikörpern mit minimalen Nebenwirkungen geführt. Sie gewährleisten einen 90%-en Schutz gegen HPV16-18 Infektionen und HPV 16-18 bezogene hochgradige zervikale intraepitheliale Neoplasien (CIN), wie es die Tests gezeigt haben.
Impfung gegen HPV 16/18 wird entsprechende Infektionen verhindern und dadurch 90% aller abnormen Pap-Abstrichen bei der Untersuchung auf diese HPV-Typen und etwa 50% aller abnormen Paps reduzieren. HPV-Impfung wird die Anzahl der Frauen reduzieren, die Kolposkopie, Biopsie oder andere Behandlungen für präkanzeröse zervikale Läsionen brauchen. Die Schutzrate gegen den Tod an zervikalem Krebs könnte 95% übertreffen. HPV-Impfung ist vor allem für Madchen im Alter 11-16 Jahre und für junge Frauen im Alter 17-25 Jahre bestimmt. Es wird zur Zeit untersucht, ob die Screening-Strategien, auf zervikalen Krebs gerichtet, für die geimpften Frauen wirksam sind.”
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