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Chirurgische Prozeduren und Komplikationen

LEEP-Prozeduren werden gewöhnlich mit 1 von 3 vorhandenen Schlingen durchgeführt. Je kleiner die erforderliche Schlinge für die Entfernung der ganzen Dysplasie ist, desto niedriger ist die Wahrscheinlichkeit chirurgischer Komplikationen. Außerdem hängt die Wahrscheinlichkeit chirurgischer Komplikationen von der Erfahrung des Arztes ab. Die hälufigste Komplikation ist, wahrscheinlich, das Scheitern der Behandlung, und jede zusältzliche LEEP-Prozedur erhöht signifikant das Risiko weiterer Komplikationen. 

Die Konisation wird mit einem Skalpell durchgeführt, um ein Gewebekegel aus der Zervixkanalregion, und wenn nötig - aus dem Zervixkanal, zu entnehmen.

Die Komplikationen nach der LEEP-Prozedur und Konisation kommen selten vor, aber wenn das geschieht, können sie katastrophal sein. Gewöhnlich wird Ihr Arzt Ihnen empfehlen, die Schwangerschaft in ein Jahr nach der LEEP-Prozedur oder Konisation aufzuschieben, damit die Zervix nach dem Chirurgieeingriff gesund werden könnte. Trotzdem kommt es manchmal (in weniger als 5% der Fällle) zu zervikaler Unfälhigkeit vor. Dieser Umstand stellt das fristgemäße Austragen unter Frage und kann zu Fehlgeburten führen, weil die Zervix zu dünn ist, um die Gebärmutter im Laufe weiterer Schwangerschaftsstadien geschlossen zu halten. Eine Infektion kann auch nach der LEEP-Prozedur und Konisation auftreten. Während der Prozedur sind Beckenbeschwerden üblich, danach können Krampfen auftreten. Bei der Konisation kann mehr Gewebe als bei der LEEP-Prozedur entnommen werden; sie wird verwendet, wenn es um einen Verdacht auf Dysplasie im Zervixkanal geht, die die Schlinge nicht erreichen kann.

Was die Komplikationen nach der LEEP-Prozedur betrifft, ist hier nichts so signifikant , wie die Rezidivquote zervikaler Dysplasie. Eine Stenose, die häufigste Komplikation, kommt in weniger als 5% der Fälle vor. Eine Stenose (die Verengerung des Zervixkanals) kann als Folge der Vernarbung auftreten. Eine Stenose kommt häufiger nach der Konisation vor, weil die Kontrollmöglichkeiten in Bezug auf die Tiefe und den Winkel des Einschnitts bei der Konisation begrenzt sind.

J Gynecol Obstet Biol Reprod (Paris) 1997;26(1):64-70:

Die Folgen und die Behandlung zervikaler Stenose nach der Laserkonisation oder LEEP-Prozedur.

Baldauf JJ, Dreyfus M, Wertz JP, Cuenin C, Ritter J, Philippe E.  Service de Gynecologie Obstetrique I, Hopital de Hautepierre, Hopitaux Universitaires, Strasbourg.

“Ziel: die Auswertung der Häufigkeit und der Folgen zervikaler Stenose bei den Patienten, die der Laserkonisation oder der LEEP-Prozedur unterzogen worden, und die Analyse der Ergebnisse plastischer Operation für zervikale Erweiterung oder Neostomie.

Methoden: 255 Frauen, behandelt mit Laserkonisation, und 277 Frauen, behandelt mit der LEEP-Prozedur, wurden regelmäßig einer postoperativen Kolposkopie unterzogen, durchschnittlich im Laufe von 38 bzw. 16 Monaten. Die Stenose wurde als zervikale Verengerung definiert, die den Helgars`s Dilatator mit dem Durchmesser von 2,5 mm nicht durchlaßen konnte.

Ergebnisse: Stenosen komplizierten 10,2% der Laserkonisationen und 4,3% der LEEP-Prozeduren. So, 38 Fälle zervikaler Stenose, 7 von denen vollständig waren, wurden innerhalb von 2 bis 40 Monaten nach der Behandlung diagnostiziert. Unter 34 nicht menopausalen Frauen, bei denen eine Stenose auftrat, hatten 5 eine sekundäre Amenorrhoe, 6 – eine schwere Dysmenorrhoe und 1 – eine Unfruchtbarkeit, bezogen auf Oligoalgomenorrhoe. Bei den Patienten mit Stenose war die endozervikale Zellenwiederherstellung in 21 Fällen (55%) möglich, und in keinem Fall war die Epithelgrenze zwischen Platten- und Zylinderepithel bei der Kolposkopie sichtbar. 7 Patienten wurden einer neuen plastischen Operation für die Erweiterung des Zervixkanals wegen unvollständiger Stenose, und 2 – der Neostomie wegen vollständiger Stenose untergezogen. Zervikale Restenose wurde in 7 Fällen von 9 mit einer durchschnittlichen Verzögerung von 12 Monaten (3 bis 48 Monaten) beobachtet. Trotzdem blieb die endozervikale Zellenwiederherstellung in 8 von 9 Fällen möglich, und keine Menstruationsprobleme wiederholten sich nach nach dem Ablauf einer Nachuntersuchung, die im Durchschnitt 26 Monate dauerte.

Schlußfolgerung: Im Vergleich zu der Laserkonisation hat die LEEP-Prozedur weniger Stenosefälle zur Folge. Die plastische Operation für die Erweiterung des Zervixkanals verringt die Probleme mit der Menstruation trotz sehr häufiger Resestenosen.”

Leider können einige Frauen mehrmals pro Jahr operiert werden, bis die Dysplasie für eine Weile verschwindet. Ich glaube, diese Prozeduren sind in nicht mehr als 75% der Fälle wirksam, wenn sie innerhalb einiger Jahren nacheinander folgen. Sogar eine Hysterektomie kann das Problem nicht immer lösen. Bei manchen Frauen wird es erneut zu abnormen Paps und zur Dysplasie der Scheidenwände  kommen, die eine Hysterektomie zur Folge haben wird, bei der der ganze Gebärmutterhals und die Gebärmutter entfernt werden werden, weil die bisherige Hysterektomie das HPV nicht entfernt hat. Jedoch habe ich das Gefühl, dass zervikale Dysplasie keine weitere Ursache für Besorgnis sein sollte, weil zahlreiche naturhafte Therapien zur Verfügung stehen.

Die Rückfallrrate zervikaler Dysplasie nach der LEEP-Prozedur beträgt 15% bie Frauen mit klaren Rändern in den Proben und 39% bei den Frauen mit unklaren Rändern. Also, scheint die Entfernung des ganzen infektionierten Gewebe absolut kritisch nicht zu sein. Wichtig ist, dass manche von den Zellen, in denen das HPV-Virus vorhanden ist, während des Chirurgieeingriffs zerschlagen sind, was den Wirt-T-Zellen HPV-Virus auffinden läßt. Falls die T-Zellen imstande sind, das HPV zu identifizieren, können sie einen spezifischen Transferfaktor gegen das Virus schaffen und es innerhalb der Zellen attackieren. Diese Tatsache erklärt, warum alle diesen chirurgischen Prozeduren bis zu einem gewissen Grad wirken, und keine viel wirksamer als die anderen ist. Es könnte wirksamer sein, wenn der Chirurg ein Zervixbürstchen verwenden und die Zervix nur auskratzen würde. Dadurch werden epitheliale Zellen der Zervix zerstört, und das HPV wird den immunen Zellen ausgesetzt.

Zervikale epitheliale Zellen beziehen sich auf die APCs (antigenpräsentierende Zellen), weil sie die Antigene (in unserem Fall HPV) den T-Zellen nicht wirksam genug aussetzen. Auch wenn manche Ärzte nicht imstande sind, das ganze offensichtlich infizierte Gewebe während der LEEP-Prozedur zu entfernen, wird es keine Rolle spielen, so weit es um den Rückfall geht. Es ist unmöglich, während der Prozedur mitzuteilen, wo die Ränder im jedem Fall sind. Der Pathologe untersucht die Probe im Mikroskop und kann sofort mitteilen, was er sieht, aber bei der Operation ist es anders. Wenn Sie einen operativen Eingriff einwilligen, würde ich Ihnen eine Laser-Vaporisation oder Kryochirurgie empfehlen, weil in solchem Falle weniger Schaden der Zervix zugefügt wird.

Falls ein operativer Eingriff für zervikale Dysplasie notwendig ist,  ziehe ich die Kryochirurgie den anderen chirurgischen Methoden vor, weil sie keine zervikale Unfähigkeit zur Folge hat. Nach der Kryochirurgie werden die meisten Ärzte den Patienten raten, den Geschlechtsverkehr innerhalb von 4-6 Wochen zu meiden. In diesem Zeitraum haben Patienten gewöhnlich wässerige/blutige Ausflüsse. Die Kryotherapie verbessert die Charakteristik zervikalen Schleims, was zu der Fruchtbarkeit beiträgt:

Fertil Steril 1985 Jan;43(1):86-9:

Behandlung zervikalen Ectropiums mittels Kryochirurgie: Wirkung auf die Charakteristik zervikalen Schleims.

Baram A, Paz GF, Peyser MR, Schachter A, Homonnai ZT.

“18 Frauen mit zervikalem Ectropium und 12 Frauen mit Ectropium und Scheidenausfluß wurden mittels Kryotherapie behandelt. Die Auswertung der Charakteristik vom zervikalen Schleim wurde mittels zervikaler Skala und in vitro Penetrationtests vor der Behandlung und 2 Monate später durchgeführt. Es hat sich herausgestellt, dass die Kryotherapie die Charakteristik zervikalen Schleims verbessert. Die Behandlung mittels Kryotherapie wird den unfruchtbaren Patienten mit hostilem zervikalem Schleim und Ectropium empfohlen.”

Die Wirkung der Kryotherapie auf die Fähigkeit zum Austragen wurde in der vorliegenden Studie ausgewertet:

Br J Obstet Gynaecol 1982 Aug; 89(8):675-7:

Das Ergebnis der 3. Schwangerschaftstrimenon nach der Kryotherapie des Gebarmutterhalses.

Hemmindsson E:

“Es wurde eine retpospektive Untersuchung unternommen, um die Wirkung der der Kryotherapie auf das Ergebnis der 3. Schwangerschaftstrimenon auszuwerten. Es wurde festgestellt, dass die Kryotherapie der Zervix keine Wirkung auf den Anfang oder Entwicklung der Entbindung oder auf das Neugeborene hat. Das ist ein wichtiger Vorteil im Vergleich zu der Kalte-Schlinge-Konisation als einer Therapie für junge Frauen mit zervikaler intraepithelialer Neoplasie.”

 

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Dr. Joe Glickman, Jr., M.D.

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